
Die Qualitätssicherung und Ihre Bedeutung
Auf welche Art und Weise stellen Fachübersetzer die Qualitätskontrolle der professionellen Dienstleistungen von Übersetzungen sicher? In Anlehnung an DIN 15038 zählen folgende Kriterien zu einer umfassenden Qualitätssicherung:
Die Selektion hochqualifizierter Übersetzer, die für die Aufgabe geeignet sind.
– Alle eingesetzten Übersetzer verfügen über eine anerkannte, abgeschlossene Ausbildung als Übersetzer oder Dolmetscher (Universitätsstudium oder Fachakademie) und über mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Übersetzen und/oder Dolmetschen, die die Qualitätskontrolle von einer professionellen Übersetzung überprüfen. Darüber hinaus sind viele Übersetzer bei einem deutschen Gericht als Übersetzer bestellt und beeidigt bzw. anerkannt.
Für jeden übersetzenden Text sucht man den Übersetzer, der am besten dafür geeignet ist. Das heißt, dass die Übersetzer über nachweisliche Expertise im Übersetzen von Texten des jeweiligen Spezialgebiets des Textes in der Sprache verfügen, in der sie diesen übersetzen. Übersetzer werden ausschließlich in ihre Muttersprache übersetzen. Meist zählt zur Qualitätssicherung das 4-Augenprinzip, d.h. ein Fachübersetzer übernimmt die Übersetzung eines Textes und ein zweiter Übersetzer kümmert sich um die Qualitätskontrolle durch ein zusätzliches Gegenlesen.
Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen ist sichergestellt, dass Fachübersetzer nicht nur über die notwendige hohe Sprachkompetenz verfügen, sondern auch mit moderner technischer Geräteausstattung und entsprechender Software arbeiten. So arbeiten Fachübersetzer beispielsweise mit einer Vielzahl von CAT-Systemen und mehreren Programmen zur Textverarbeitung, um den Anforderungen der Kunden bestmöglich zu entsprechen. Diese CAT-Tools helfen dabei dem Übersetzer bei der Qualitätssicherung.
Eine gute Prozessplanung
Es ist genauso wichtig, die Lieferung zum vereinbarten Zeitpunkt zu gewährleisten. Daher planen Projektmanager Übersetzungsprojekte sorgfältig. Nur realistische und einhaltbare Liefertermine werden garantiert. „Gestern“ kann nicht geliefert werden – aber mit einer guten Prozessplanung kann dafür gesorgt werden, dass die Übersetzung in angemessener Zeit innerhalb der vereinbarten Fristen geliefert wird. Bei einer frühzeitigen Ankündigung Ihrer anstehenden Übersetzungen und Übergabe am vertraglich festgelegten Abgabetermin ist die Absicherung kurzer Bearbeitungszeiten möglich.
Die Berücksichtigung von Richtlinien
Die Kundenwünsche bezüglich Terminologie und Stilrichtlinien oder die Erstellung eines Glossars der sogenannten Corporate Language berücksichtigen Fachübersetzer gerne bei den Übersetzungsprojekten. Wenn eine bestimmte Terminologie oder Stilrichtung Anwendung finden soll oder andere spezifische Vorgaben beachtet werden müssen, müssen diese bei der Auftragsvergabe entsprechend angegeben werden. Anderenfalls sind Fachübersetzer zu eigenem Handeln berechtigt. Eine Terminologie-Liste hilft dem Übersetzer bei der Qualitätssicherung und der Qualitätskontrolle.
Bidirektionale Kommunikationsprozesse
Auch durch Sie als Auftraggeber könnte eine hohe Übersetzungsqualität beigetragen werden, indem Übersetzern Referenzmaterial zur Verfügung gestellt wird (Terminologie-Listen, Glossare, Paralleltexte, Hintergrundtexte, Translation Memories usw.). Zudem sollte ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung stehen, der bei der Beantwortung von Rückfragen behilflich sein kann. Durch einen transparenten, bidirektionalen Austausch können gemeinsam die besten Ergebnisse sichergestellt werden. Dies alles hilft bei der Qualitätssicherung und der Qualitätskontrolle.
Die Durchführung einer Zweitkorrektur als Qualitätskontrolle einer Übersetzung
Folgende Merkmale werden bei jeder Übersetzung vor der Auslieferung an den Auftraggeber überprüft:
– Vollständigkeit der Übersetzung,
– inhaltliche/terminologische Richtigkeit der Übersetzung,
– korrekte Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung der Übersetzung,
– Einhaltung zieltextbezogener Vereinbarungen mit dem Auftraggeber bezüglich der Übersetzung.
Die Prüfintensität der Qualitätskontrolle richtet sich nach den mit dem Auftraggeber vereinbarten Kriterien (z. B. Übersetzung durch eine Fachkraft, Übersetzung durch eine Fachkraft mit Zweitkorrektur durch eine weitere Fachkraft und darauffolgender Endkontrolle oder Qualitätssicherung eines Korrektorats usw.).
Keine Nutzung von maschineller Übersetzung und kein Post-Editing von maschineller Übersetzung
Fazit zum Arbeitsvorgang der Qualitätssicherung
Weder sogenannte „Machine Translation Tools (MT)“ noch das sogenannte „Postediting von MT-Übersetzungen kommen bei Fachübersetzern zum Einsatz, da höchsten Qualitätsansprüchen höchste Priorität beigemessen wird. Diese Tools liefern keine optimalen Ergebnisse. Die Handfertigung und individuelle Anpassung aller von Übersetzungen von Fachübersetzern entspricht Ihren individuellen Anforderungen. Der Endnutzer erhält oft eine Mischung aus Informationen aus verschiedenen Quellen, die zu verschiedenen Zeitpunkten und von mehreren Autoren und Übersetzern erstellt wurden und die der Qualitätssicherung dienen. Eine der zentralen Schwierigkeiten bei der Erstellung technischer Dokumentationen ist es daher, sicherzustellen, dass alle am Prozess Beteiligten eine durchgängige Terminologie und „Corporate Language“ einsetzen.



