
Die Hauptgebiete der deutschen Sprache sind von Ost nach West gegliedert, von der Ostsee bis zum Elbegebiet, von der Weser in Bremen über den Rhein bis zur Nordsee im Norden und im Westen bis in die Niederlande, bestehend aus Angelsachsen und Friesen, südlich von Dänemark, der Nordseeküste und den Nordseeinseln.
Ursprung der deutschen Sprache um 800 n. Chr.
Die deutsche Sprache entstand ursprünglich in der Zeit Karls des Grossen um das Jahr 800 herum, aus germanischen Wortstämmen mit lateinischen Endungen. Die Grammatik war lateinisch. Es ist durchaus möglich, dass Karl der Grosse, nach seiner Krönung im Jahr 768 sein Heer schon auf Deutsch begrüsst hat. Das Wort „deutsch“ stammt aus dem Germanischen „the-u-disca“, welches „die Sprache des eigenen Volkes“ bedeutet. Um die erste Jahrtausendwende tauchte das Wort „in diutiscun“ auf, was so viel wie „auf deutsch“ heisst. Ein sehr schönes Beispiel für die alte deutsche Sprache ist: „Gewihid si thin namo“ („Geheiliget werde dein Name“).
Luthers Bibelübersetzung und Hochdeutsch
Deutsch ist eine flektierende Sprache, was bedeutet, dass Wörter je nach Fall, Geschlecht und Zahl verändert werden. Es gibt vier Fälle (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), die die Funktion eines Substantivs im Satz bestimmen.
Im Jahre 1534 übersetzte Martin Luther die Bibel zunächst nur das Alte Testament aus den hebräischen und altgriechischen Urtexten in die deutsche Sprache und machte es dem einfachen Volk zugänglich. Er übersetzte nicht wörtlich, sondern verwendete kräftige bilderreiche, volkstümliche und allgemein verständliche Ausdrucksweisen wie „Perlen vor die Säue werfen“, „ein Buch mit sieben Siegeln“ „die Zähne zusammenbeissen“ „etwas ausposaunen“ „im Dunkeln tappen“ „ein Herz und eine Seele“ „der Wolf im Schafspelz“ und „der grosse Unbekannte“, die für Jahrhunderte sprachbildend wirkten. Damit wollte er „dem Volk aufs Maul schauen“.
Durch Martin Luthers ostmitteldeutsche Sprachform, in seiner Bibelübersetzung entwickelte sich dieser Dialekt zum allgemeinen Hochdeutsch. Luthers Textfassung ist bis heute eine wichtige Basis für die Kirchenmusik, für Choräle und Kantaten.
Deutsch als Weltsprache und ihre Verbreitung
Die deutsche Sprache wird nicht nur in Deutschland gesprochen. Auch weite Teile anderer europäischer Länder sind deutschsprachig. Dazu zählen Österreich und Tirol sowie Norditalien, weite Teile der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Ostbelgien, Elsass und Lothringen. Neben der russischen Sprache ist die deutsche Sprache Europas meist gesprochene Muttersprache und zählt zu den wichtigsten Kultur- und Wissenschaftssprachen. Auch in den Vereinigten Staaten, hauptsächlich in Pennsylvania, wird die deutsche Sprache, das sogenannte Pennsylvaniadeutsch, gesprochen. Die zahlreichen jüdischen Einwanderer brachten das „jiddisch“ aus dem hebräischen „Jehudi“ mit nach New York, was der deutschen Sprache sehr ähnlich ist. In der Türkei wird Deutsch mehr als Englisch als Fremdsprache gesprochen.
Fremdwörter und Lehnwörter im Deutschen
Die deutsche Sprache hat viele Fremdwörter und Lehnwörter aus anderen Sprachen übernommen, insbesondere aus dem Englischen, Französischen und Lateinischen. Die sprachlichen Besonderheiten machen Deutsch zu einer interessanten, aber auch herausfordernden Sprache zu lernen.
Die Bedeutung der deutschen Sprache für die Philosophie
Die deutsche Sprache ist eng mit der Philosophie verbunden. Bedeutende Denker wie Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger haben in deutscher Sprache Konzepte und Theorien formuliert, die die westliche Philosophie stark beeinflusst haben. Viele zentrale Begriffe wie „Aufklärung“, „Dialektik“ oder „Existenzialismus“ stammen aus dem Deutschen. Die präzise Ausdrucksweise der Sprache ermöglicht es, komplexe Ideen differenziert zu formulieren.
Kritische Theorie und sprachliche Vielfalt
Auch die Frankfurter Schule nutzte die deutsche Sprache für gesellschaftskritische Theorien. Theodor W. Adorno und Max Horkheimer analysierten mit ihr soziale Probleme und schufen Werke, die bis heute einflussreich sind. Deutschsprachige Philosophen haben nicht nur in Fachbüchern, sondern auch in literarischen Texten geschrieben, die zur sprachlichen Vielfalt und Weiterentwicklung der deutschen Sprache beitragen.



